Ziel eines Twinning-Projekts ist es, neue EU-Mitgliedstaaten und EU-Kandidatenländer bei der Übernahme des EU-Rechts und dem Aufbau der dazu notwendigen Verwaltungskapazitäten zu unterstützen. Experten aus Verwaltungen der EU-Mitgliedstaaten geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen in der Umsetzung des Gemeinschaftsrechts in verschiedenen Rechtsgebieten an Kollegen im jeweiligen Partnerland weiter.
Twinning-Projekte werden von den Beitritts- oder Kandidatenländern in Abstimmung mit der EU-Kommission konzipiert und ausgeschrieben. Die Vergabe der Projekte erfolgt im Wettbewerb zwischen den Verwaltungen der EU-Mitgliedstaaten, die bei Interesse ein Angebot erarbeiten und dieses im Partnerland präsentieren. Ist der Partner ausgewählt, erfolgt die Erarbeitung eines umfassenden Vertrags zwischen beiden Ländern, in dem Ablauf und Inhalt des Projekts geregelt werden. Die Finanzierung der Twinning-Projekte erfolgte bislang aus dem EU-Budget im Rahmen der Programme PHARE (für die Beitrittsstaaten).
Rumänien ist am 1. Januar 2007 der EU beigetreten. Ein Großteil der EU-Regelungen im Umweltbereich ist umgesetzt. Übergangsfristen wurden nur in wenigen investitionsintensiven Bereichen wie Abfallverwertung, Abwasserwirtschaft und Luftreinhaltung vereinbart. Neben den rechtlichen Verpflichtungen geht es auch darum, die strukturellen Voraussetzungen zur Nutzung von EU-Finanzierungshilfen zu schaffen, um die Investitionsmittel zur Erfüllung der neuen Umweltstandards überhaupt aufbringen zu können.
Deutschland ist auf dem Umweltsektor das mit Abstand aktivste EU-Mitgliedsland. Unter Federführung des Bundesumweltministeriums hat sich Deutschland seit 1998 an 75 Twinning-Projekten im Umweltbereich beteiligt, davon 13 in Rumänien. Ab 2008 gab es deutsch-rumänische Twinningprojekte bei den Regionalen Agenturen zum Schutz der Umwelt in Bukarest, Cluj, Caraiova und Galati sowie bei der Nationalen Agentur zum Schutz der Umwelt.
Diese Projekte, die eine Laufzeit vom 18 Monaten bis Mitte 2009 hatten, bauten auf Projekten auf, die in den zwei Jahren davor durchgeführt worden waren. Langzeitexperten (RTA) leiteten das Twinningbüro und organisierten mit Hilfe zweier Assistenten/Assistentinnen den Einsatz deutscher Spezialisten, die in Seminaren und Gesprächen mit ihren rumänischen Partnern Fragen der Durchführung von EU-Umweltrecht klären und zu einzelnen Themen Handbücher erarbeiteten.
Organisation der Umweltverwaltungsbehörden
Umweltplanung
Anlagengenehmigungen
Abfallmanagement
Luftreinhaltung
Naturschutz
Bodenschutz
Chemikalien
Horizontale Umweltgesetze
Strukturfonds
Lärmemissionen
In jedem Twinningprojekt bildet ein Thema den Schwerpunkt der Arbeiten. In Bukarest war dies das Thema „Lärmimissionen“